Tipps zur Arbeit mit


 

Publisher besitzt hervorragende Hilfefunktionen (Hilfe, Index, teilweise Demos [letztere erreicht man über Eingabe von "Demos" im Index]), so dass sich Tipps eigentlich weitgehend erübrigen. Dennoch einige Hinweise zu wichtigen Punkten, damit die Handhabung des Programms einfacher wird.

1 Seitenformat

Die erste aller Gestaltungsentscheidungen betrifft das Seitenformat (unter Datei -> Seite einrichten ...). Arbeitet man mit einem Seitenformat, das kein DIN A 4-Format ist, sollte man beim Drucken die Option "Zuschnittsmarken drucken" aktivieren, damit das Format später besser ausgeschnitten werden kann.

2 Layoutführungslinien, Linealführungslinien, freie Linien

Zur Bestimmung des Layouts bietet Publisher Layoutführungslinien und Linealführungslinien an (vgl. Indexstichworte), außerdem kann man frei Orientierungslinien definieren. Alle Linien dienen nur der Orientierung und werden nicht gedruckt.

2.1 Layoutführungslinien

Unter äußeren Layoutführungslinien (rosa angezeigt) versteht Publisher zunächst die Seitenränder, unter inneren (blau angezeigt) die innerhalb der Seitenränder liegende Fläche, die durch eine beliebige Anzahl von Spalten und Zeilen gerastert werden kann, wobei an diesen Objekte (Textrahmen, Bilder etc.) ausgerichtet werden können. (Wählt man mehr als eine Spalte und eine Zeile, dann erscheinen nicht nur blau gerandete Felder, sondern wiederum rote äußere Führungslinien, da der Begriff nicht ganz eindeutig von Publisher benutzt wird.)

Damit man bspw. in ein Raster Text eingeben kann, muss allerdings zunächst ein Textrahmen erstellt werden.

Man ist jedoch bei der Plazierung von Objekten nicht an die Layoutführungslinien bzw. das Raster gebunden, sondern kann Objekte frei (auch über Rastereinheiten oder den Satzspiegel hinaus) verschieben.

Damit man Layoutführungslinien bzw. ein Raster sehen kann, muss man eventuell darüber liegende Objekte transparent schalten (Strg + T).

Systembedingt besteht ein Abstand von 0,26 cm zwischen den äußeren und inneren Layoutführungslinien; wenn die äußere Layoutführungslinie nicht zugleich den Seitenrand markiert, verdoppelt sich der Abstand auf 0,52 cm.

2.2 Linealführungslinien

Ferner gibt es die Möglichkeit, vertikale und horizontale Linealführungslinien (grün angezeigt) als Hilfslinien zu erstellen. Fügt man diese auf einer Vordergrundseite ein, stehen sie nur auf dieser Seite zur Verfügung; will man auf allen Seiten auf sie zurückgreifen, muss man sie auf der Hintergrundseite plazieren. Zum Erstellen führt man den Cursor auf ein Lineal und zieht bei gedrückter Umschalttaste die Linie auf die Vorlage.

2.3 Freie Linien

Desweiteren hat man die Möglichkeit, eigene Gestaltungsraster, v.a. mit sonst nicht möglichen diagonalen Linien (z.B. für Diagonalkonstruktionen), zu entwerfen: Hierzu zieht man auf der Hintergrundseite die entsprechenden Linien mit dem Linien-Tool.

Beim Zeichnen von Diagonalen hat man neben den Optionen der Größenveränderung bzw. des Verschiebens auch die Möglichkeit des Drehens (Maus bei gedrückter Alt-Taste am Verankerungspunkt), wenn man die entsprechenden Zielpunkte nicht genau getroffen hat.

Sind solche Hilfslinien, nachdem man bspw. den Satzspiegel erstellt hat, bei der weiteren Arbeit hinderlich, kann man sie verbergen: markieren, verknüpfen und unter Format -> Linienart -> weitere Linienarten -> Linienfarbe in der Farbe des Hintergrunds (weiß) definieren, so dass sie nicht stören.

3 Bestimmung des Satzspiegels

Zur Bestimmung des Satzspiegels bietet sich v.a. die Orientierung an Layoutführungslinien oder freien Linien an.

3.1 Erstellung des Satzspiegels mit Hilfe von Layoutführungslinien

Will man eine primär aus Mengentext bestehende, normale Seite gestalten, sollte man (aus Gründen der Übersichtlichkeit) bei den inneren Layoutführungslinien die Werte für Spalten und Zeilen auf 1 setzen. Ferner sollte man sich an den den Seitenrand begrenzenden äußeren Layoutführungslinien orientieren und entsprechende Randwerte eingeben (orientiert man sich hingegen an den inneren Layoutführungslinien, so wird’s komplizierter, da man aufgrund des Abstands zu den äußeren jeweils 0,26 cm hinzuzählen muss.

Die konkreten Zahlenangaben hängen von den gestalterischen Intentionen ab, wobei man insbesondere das Verhältnis von Seiten- und Layoutproportion, das Verhältnis der Stege zueinander, die Menge der auf der Seite unterzubringenden Objekte, den Publikationanlass etc. bedenken sollte.

Wenn Sie Rechnen müssen, können Sie den Windows-Taschenrechner benutzen (Aufruf zumeist über c:\windows\calc.exe).

3.2 Erstellung des Satzspiegels mit Hilfe von freien Linien

Bei der Erstellung des Satzspiegels mit Hilfe von freien Linien wird es vor allem um die Erstellung von Diagonalkonstruktionen handeln, weshalb diese hier beschrieben werden soll. Hat man die Diagonalkonstruktion auf der Hintergrundseite erstellt (vgl. oben und Konstruktionsanleitung im "Typograph"), so ist im nächsten Schritt (auf dem Hintergrund oben genannter gestalterischer Intentionen) der Satzspiegel durch Linien einzuzeichnen. Diese Linien formatiert man in einer gegenüber der Diagonalkonstruktion unterschiedlichen Farbe, damit man sie sich später während des Arbeitens anzeigen lassen kann, auch wenn man die eigentliche Diagonalkonstruktion ausgeblendet hat. Die Layoutführungslinien kann man dann ignorieren; bei komplexeren Layouts kann man auch die Layoutführungslinien durch Eingabe entsprechender Werte an den Satzspiegel anpassen.

4 Plazierung von Massentext im Satzspiegel

Damit der definierte Satzspiegel auch konsequent von Textrahmen für Massentext ausgenutzt werden kann, müssen zunächst

  • unter Format -> Textrahmeneigenschaften die Ränder der Textrahmen allseitig auf den Wert 0 gestellt werden
  • die Textrahmen genau bis zu diesen äußeren Layoutführungslinien dimensioniert werden.

Als Resultat wird der Text über die ganze Breite des Satzspiegels gesetzt.

In der Höhe, also an Kopf- und Fußsteg, wird der Text jedoch unter Umständen nicht ganz bis an die äußeren Layoutführungsgrenzen heranragen. Um dies zu erreichen, muss der betreffende Textrahmen etwas über die jeweilige Layoutführungslinie heraus vergrößert werden.

Klappt es (aufgrund der nur in Schritten möglichen Vergrößerung) immer noch nicht, kann man bei der Anpassung an die obere Satzspiegelgrenze den Textrahmen weiter vergrößern und vor dem eigentlichen Text ein Absatzzeichen einfügen, das man dann so hinsichtlich des Schriftgrads formatiert, dass der eigentliche Text an der richtigen Stelle steht.

Das Anpassen an die untere Satzspiegelgrenze ist komplizierter, da man nicht einfach irgendwo ein Absatzzeichen einfügen kann. Hier kann man - je nach auf der Seite vorhandenen Elementen - versuchen, z.B. die Abstände von Kolumnentitel - Mengentext - Fußnoten zu verändern. Hat man ausschließlich Mengentext, kann man es mit Einstellungen, die über Format -> Zeilenabstand zu erreichen sind, probieren.