Der Kunsthistoriker Aby Warburg hat bereits in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts das Prinzip der bewussten Anordnung von Bildern zu inhaltlichen und didaktischen Zwecken für seinen "Bilderatlas" genutzt. Mittels ca. 2000 Bildern hoffte Warburg "anhand ikonographischer Reihen und sinnträchtiger Bildkonstellationen, die von einer knappen verdichteten Textspur begleitet werden sollten, [...] in diesem 'Atlas' das Bildgedächtnis der europäischen Kultur sowohl struktural als auch genetisch und zugleich in seinen wichtigsten Themen und Motiven zu rekonstruieren."(*) In Anlehnung an Warburgs Bilderatlas versucht die nachstehende Hängung von Exponaten aus Malerei, Graphik, Architektur, Fotografie, Film und Werbung die vielfältigen Gegenstände des Kunstunterrichts und deren Querbezüge zu verdeutlichen, indem eine Anzeige des Amts für Wirtschaftsförderung der Stadt Köln, in deren Fotographie motivisch das Manetsche Frühstück im Grünen vor dem Museum Ludwig in Köln nachgestellt wird, zum Ausgangspunkt genommen wird. Die Bilder zeigen, inwiefern verschiedenste Themen des Faches Kunst ausgehend von dieser Werbeanzeige erschlossen werden können. Anhand des Bilderatlas können insofern die Charakteristika, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei Sachbereiche (Bildende Kunst, Massenmedien, Gestaltete Umwelt) des Faches Kunst anschaulich dargestellt werden. Die Abbildungen lassen diese Themen teils in sehr enger Anlehnung an die Ausgangs-Werbeanzeige motivisch oder funktional deutlich werden, oder sie haben eine eher beispielhafte Funktion zur Andeutung von thematischen Exkursen. Die Form dieser Darstellung und Präsentation von Kunst wird auch gerne von Fernsehsendern in ihren Kultursendungen aufgenommen und kommentiert. Besonders interessant sind solche Sendungen mit der heutigen digitalen Übertragungstechnik wie beispielsweise Internet TV, denn dann wirken die abgebildeten Exponate besonders klar, intensiv und nachhaltig beeindruckend. Insgesamt also eine mehr als spannende Idee, in der (Hoch-)Kultur und (Massen-)Medien zusammenfinden - und das auch noch im Bereich der Werbung. Das Zitat bildet dabei den Ausgangspunkt für neue kreative Formen, die über das pure "Aufmerksamkeit erregen" deutlich hinausgehen. Das fällt auch im Bereich Internet Marketing auf, wo beinahe noch mehr auf zündende Konzepte gesetzt werden muss als im Printbereich: Für einen Kabelanbieter reicht es beispielsweise kaum, ein Kupferkabel abzubilden. Stellt er aber beispielsweise die Entwicklung der Informationsverbreitung von Wort über Schrift über Buchdruck und Bild bis hin zum modernen Massenmedium dar und bedient sich dabei clever einiger Zitate aus der (Kunst-)Geschichte, macht er seinen Kunden direkt und indirekt die eigene Relevanz deutlich. (*) Klappentext zu Aby Warburg: Der Bilderatlas Mnemosyne (= Gesammelte Schriften. Zweite Abteilung, Band II.1b), hrsg . v. Bredekamp u.a., Berlin 2000
Hier die Ausgangswerbeanzeige (im A4-Format bei 300 dpi) zum Download.
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